Gebietsübung des Gebietes Weststeiermark auf der Gleinalm
Am Samstag, den 09.02.08, wurde die jährlich stattfindende Gebietsübung durchgeführt. Teilnehmende Einsatzorganisationen waren die Ortsstellen des österreichischen Bergrettungsdienstes Übelbach (mit der Leitung der Übung betraut), Köflach, Voitsberg, Schwanberg und Graz (mit 11 Personen und einem zukünftigen Lawinensuchhund), sowie die Alpineinsatzgruppe der Polizei (mit Unterstützung durch einen Hubschrauber) und eine Einheit der Lawinensuchhundestaffel des ÖBRD. Insgesamt wurden knapp 60 Einsatzkräfte in die Übung eingebunden.
Um alle Teilnehmer auf den letzten Stand der Lawinenrettungsmethoden zu bringen, wurden am Vormittag alle relevanten Themen in Kleingruppen beübt. Von der Firma "Seidel Elektronik" (renommierter Hersteller von Lawinenverschütteten-Suchgeräten) wurde ein Simulator zur Verfügung gestellt, der ein realitätsnahes Üben einer Mehrfachverschüttung ermöglichte. Weiters wurden 1.-Hilfe-Maßnahmen und Sondiertechniken geübt, sowie das korrekte Verhalten den Lawinensuchhunden gegenüber.
Während dieser Ausbildung wurden alle Einsatzkräfte von der Ortsstelle Übelbach mit hervorragender Verpflegung gestärkt.
Um ca. 1400 Uhr wurde dann Alarm gegeben. Im Bereich des Gleinalmschutzhauses sei eine Lawine abgegangen und es wären mindestens fünf Personen verschüttet worden.
Die Schnelleinsatzgruppe (bestehend aus Sanitätern, Notärtzten und Hundeführern) wurde mit dem Hubschrauber Libelle der Flugeinsatzstelle Graz auf den Lawinenkegel geflogen, die restlichen Einsatzkräfte erreichten realitätsnah nach und nach in kleinen Gruppen den Einsatzraum und wurden sofort vom Einsatzleiter eingeteilt.
Die ersten Verschütteten, welche mit einem LVS-Gerät ausgestattet waren, wurden rasch gefunden und durch Sanitätspersonal fachkundig versorgt und abtransportiert. Nachdem mehrere Verschüttete (symbolisiert durch Matratzen) kein LVS-Gerät mit sich hatten, musste das Gelände aufwendig sondiert werden. Mehr als die Hälfte der Einsatzkräfte waren damit beschäftigt und konnten nach arbeitsintensiver Suche auch alle Verschütteten bergen.
Realitätsnahe war auch eine Simulation eines zweiten Lawinenabgangs während der Rettungsaktion. Binnen Sekunden musste der Lawinenkegel von den Einsatzkräften geräumt werden, damit sie nicht selbst verschüttet würden.
Als Fazit bleibt die Erinnerung an eine hervorragend organisierte und durchgeführte Gebietsübung, bei der alle Teilnehmer mit großer Motivation mithalfen. Wir können nur hoffen, dieses Szenario möglichst selten in einem „scharfen" Einsatz miterleben zu müssen.
Moritz Pichler
>>> Bilder der Gebietsübung <<<


